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Vertriebs-Jahresbilanz 2025: So ziehen Sie den richtigen Schlussstrich – Kennzahlen, Learnings, Maßnahmenplan

Wie Sie Klarheit schaffen, Wirkung steigern und 2026 gezielt steuern

von Tom Martens Coach - Trainer & Berater

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22.12.2025

Die Vertriebs-Jahresbilanz 2025 soll kein Zahlengrab sein, sondern ein nutzbares Arbeitsdokument für Ihr Team. Im Fokus stehen wenige, aussagekräftige Größen entlang des Weges vom ersten Kontakt bis zum Auftrag (z. B. qualifizierte Gespräche, Angebots- und Abschlussquote, Durchlaufzeit, Ertrag je Kundengruppe) – ergänzt um kurze Erklärungen in Klartext. Starten Sie mit einem klaren Rahmen: Stichtag (z. B. 31.12.2025), feste Datenquellen (CRM, Rechnungswesen), einheitliche Definitionen. Wenn alle dieselbe Zahlenbasis nutzen, steigt die Akzeptanz Ihrer Jahresbilanz – und damit die Bereitschaft, konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Nutzen Sie die Bilanz als gemeinsamen Prozess über Bereiche hinweg (Vertrieb, Service, Marketing): Sammeln Sie gezielt, was überraschend gut funktioniert hat und wo es regelmäßig hakte (z. B. Reaktionszeiten, Terminvorbereitung, Nachfassen offener Angebote). Verdichten Sie daraus 3–5 klare Prioritäten für 2026 mit Verantwortlichen und Prüfterminen. Wenige, gut gewählte Ziele schlagen lange Wunschlisten – so wird Ihre Jahresbilanz zum Startknopf für ein fokussiertes neues Jahr.

Referent erklärt Inhalte vor strukturierter Workshop-Wand
Inhaltsverzeichnis
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[fs-toc-h2] 1. Worum es bei einer Jahresbilanz wirklich geht

‍Die Jahresbilanz ist Ihr geordneter Blick zurück, damit Sie nach vorn sicherer entscheiden. Sie beantwortet drei einfache, aber entscheidende Fragen: Was ist 2025 im Vertrieb passiert? Warum ist es so passiert? Und was machen wir 2026 bewusst anders? Eine gute Jahresbilanz schafft Entscheidungsklarheit statt Rechtfertigungen, weil sie Zusammenhänge erklärt – nicht nur Tabellen füllt. Damit wird sie zum Leitfaden, an dem sich Führung, Team und angrenzende Bereiche gemeinsam orientieren.

Beginnen Sie mit einem klaren Rahmen: Zeitraum, Datenquellen, Begriffe. Legen Sie fest, welche Zahlen „zählen“ und nach welchen Regeln Sie sie erheben. So vermeiden Sie, dass in Diskussionen wechselnde Exporte, unterschiedliche Stände oder wackelige Definitionen gegeneinander antreten. Wenn alle Beteiligten dieselbe Zahlenbasis nutzen, steigt die Akzeptanz der Ergebnisse – und die Bereitschaft, die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Gerade bei der Jahresbilanz zahlt sich diese Vorarbeit mehrfach aus, weil Sie Streit über Details vermeiden und schneller an Lösungen arbeiten.

Machen Sie sich auch klar, was die Jahresbilanz nicht leisten muss: Sie muss nicht jeden Sonderfall erklären oder jede Ausnahmesituation entschuldigen. Ziel ist ein ehrliches Bild in normaler Sprache, das Stärken und Schwächen zeigt und zum Handeln einlädt. Beschreiben Sie messbar, was gelungen ist, und benennen Sie genauso offen, wo es hakte – etwa bei der Termintreue, der Reaktionszeit auf Anfragen oder der Nachverfolgung offener Angebote. So wird die Jahresbilanz vom Pflichtdokument zum praktischen Werkzeug.

[fs-toc-h2] 2. Die richtigen Kennzahlen – Fokus vor Fülle

‍Viele Unternehmen sammeln zu viele Zahlen und sehen dann das Wesentliche nicht. Konzentrieren Sie sich auf wenige Kennzahlen, die wirklich erklären, warum der Vertrieb funktioniert oder stockt. Weniger, dafür gut ausgewählte Kennzahlen führen schneller zu besseren Entscheidungen. Empfehlenswert ist eine Logik entlang des Weges vom ersten Kontakt bis zum Abschluss: Wie viele Anfragen kamen, wie viele daraus wurden echte Chancen, wie viele Abschlüsse folgten – und mit welchem Ertrag?

Arbeiten Sie mit einfachen, nachvollziehbaren Größen, die Ihr Team versteht. Typische Beispiele sind Umsatz und Deckungsbeitrag je Kundengruppe, die Quote gewonnener Angebote, die durchschnittliche Dauer vom ersten Gespräch bis zum Auftrag und die Anzahl qualifizierter Gespräche pro Woche. Vergleichen Sie diese Werte mit dem Vorjahr und dem Plan. So sehen Sie, ob Sie sich verbessern, stagnieren oder nachsteuern müssen. Studien zeigen, dass Firmen mit 5–8 klaren Kernkennzahlen belastbarer planen als solche mit Dutzenden Einzelmetriken.

  • Ausgangszahlen: Umsatz je Segment, wiederkehrende Erlöse, Abschlüsse vs. Ziel
  • Mittlere Strecke: Angebots-zu-Auftrag-Quote, Dauer je Phase, Stau-Stellen
  • Beginn der Strecke: Qualifizierte Termine, Reaktionszeit auf Anfragen, Anteil Weiterempfehlungen

Definieren Sie außerdem Toleranzbereiche: Nicht jede Schwankung ist gleich ein Alarm. Erst wenn eine Kennzahl über mehrere Wochen/Monate außerhalb des Korridors liegt, braucht es eine Maßnahme. Das schützt vor Aktionismus und schärft den Blick für echte Trends.

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Mini-Formelsammlung für die Jahresbilanz
  • Angebotsquote = Anzahl Angebote / Anzahl qualifizierter Anfragen → Zeigt, ob Anfragen reif genug sind.
  • ‍Abschlussquote = Gewonnene Angebote / Alle Angebote → Misst, wie überzeugend Ihr Angebot ist.
  • ‍Durchlaufzeit = Tage vom ersten Termin bis zum Auftrag → Macht Engpässe sichtbar.
  • ‍Kundenwert (einfach) = Ø Jahresumsatz je Kunde → Hilft, Prioritäten zu setzen.

Tipp: Schreiben Sie zu jeder Kennzahl in einem Satz, wofür sie steht und wie sie verbessert werden kann. Das macht die Jahresbilanz anschlussfähig für Ihr Team.

[fs-toc-h2] 3. Datenqualität zuerst: Quellen, Konsistenz, Stichtage

‍Die beste Kennzahl nützt wenig, wenn die Daten dahinter unsauber sind. Beginnen Sie daher mit einer kurzen Datenhygiene: Gibt es doppelte Firmen oder Kontakte? Sind wichtige Felder leer (z. B. Branche, Größe, Entscheidungsstatus)? Wurden Gesprächsphasen korrekt gepflegt oder versehentlich übersprungen? Eine saubere Datenbasis ist die wichtigste Investition in eine verlässliche Jahresbilanz. Planen Sie dafür ein festes Zeitfenster ein – zum Beispiel die erste Januarwoche – und dokumentieren Sie, was Sie bereinigt haben.

Legen Sie einen Stichtag fest (z. B. 31.12.2025, 23:59, Zeitzone), ab dem die Zahlen „eingefroren“ sind. So vermeiden Sie, dass spätere Nachträge das Bild verschieben. Halten Sie außerdem fest, wie Sie gerechnet haben: Welche Angebote zählen „aktiv“, ab wann gilt ein Auftrag als „gewonnen“, wie gehen Sie mit stornierten Bestellungen um? Wer Herkunft, Rechenweg und Annahmen transparent macht, verhindert Scheinpräzision und Diskussionen um Nebensächlichkeiten. Das spart Zeit – und Nerven.

Praktisch hilfreich ist eine kurze Prüfliste, die Sie jedes Jahr wiederverwenden: (1) Doppelte Einträge bereinigt? (2) Pflichtfelder gefüllt? (3) Phasenlogik eingehalten? (4) Abweichungen zum Vorjahr erklärt? (5) Berichte mit Datum und Version gespeichert? Wenn Sie diese Routine pflegen, wird Ihre Jahresbilanz von Jahr zu Jahr schneller, genauer und vertrauenswürdiger.

[fs-toc-h2] 4. Vom Gesamtbild zu Segmenten und Kohorten

‍Schauen Sie zuerst auf das große Ganze: Hat der Vertrieb 2025 das Ziel erreicht? Wenn ja, wodurch? Wenn nein, an welcher Stelle kippte die Entwicklung? Segmentierte Analysen zeigen, wo Sie wirklich gewinnen – und wo Sie nur beschäftigt sind. Teilen Sie Ihre Ergebnisse daher auf: nach Branche, Unternehmensgröße, Region oder Produktlinie. Oft zeigt sich, dass ein Teilgeschäft hervorragend läuft, während ein anderes die Gesamtleistung drückt.

Gehen Sie anschließend in den Ablauf hinein: Wo springen Interessenten ab – beim Erstgespräch, beim Angebot oder beim Preisgespräch? Wie lange verharren Vorgänge in einzelnen Schritten? Solche „Engstellen“ sind wertvoll, weil sie konkrete Ansatzpunkte liefern: bessere Gesprächsleitfäden, schnellere Angebotsprozesse, klarere Entscheidungshilfen für Kunden. Nutzen Sie außerdem einfache Kohorten-Betrachtungen: Wie entwickeln sich Kunden, die im ersten Halbjahr 2025 gewonnen wurden, im Vergleich zum zweiten Halbjahr? Kohorten zeigen Entwicklungen über die Zeit und machen sichtbar, ob Onboarding, Service oder Produktanpassungen wirken.

Praktische Hinweise: Markieren Sie drei größte positive und drei größte negative Abweichungen – und untersuchen Sie genau diese Fälle. Welche Muster tauchen auf (z. B. kürzere Reaktionszeit, bessere Terminvorbereitung, klarere Angebote)? Wiederholen Sie, was gut funktioniert hat, und beseitigen Sie gezielt die Hürden. So übersetzen Sie Analyse direkt in Wirkung.

[fs-toc-h2] 5. Learnings sauber ableiten: Vom Befund zur konkreten Maßnahme

‍Oft bleiben Jahresbilanzen bei Feststellungen stehen: „Die Quote ist gesunken.“ Das hilft niemandem. Besser ist eine einfache Dreierschritt-Logik: Befund → Erklärung → Konsequenz. Beispiel: „Abschlussquote −6 Prozentpunkte (Befund). Viele Angebote gingen ohne Rückmeldung verloren (Erklärung: zu wenig Erinnerungen, unklare Fristen). Konsequenz: Angebotsmails mit klarer Gültigkeit, Erinnerungsfunktion nach 3 und 10 Tagen, Rückrufliste am Freitagvormittag.“ Klar formulierte Hypothesen machen Diskussionen produktiv, weil sofort sichtbar wird, was als Nächstes zu tun ist.

Wichtig: Suchen Sie gezielt nach Gegenbeispielen. Wo hat es trotz schwieriger Rahmenbedingungen gut geklappt? Welche Person, welches Team oder welche Region hat überdurchschnittlich geliefert – und warum? Wer positive Ausreißer gründlich versteht, verdoppelt gute Praxis schneller. Fassen Sie Ihre wichtigsten 5–7 Learnings schließlich in Klartext zusammen. Jede Aussage sollte eine Zahl, eine Beobachtung und einen Handlungsvorschlag enthalten. So entsteht aus der Jahresbilanz ein umsetzbares Arbeitsprogramm.

Vergessen Sie nicht die weichen Faktoren: Terminvorbereitung, Qualität der Nachfrage, Verständlichkeit Ihrer Unterlagen, Verfügbarkeit der richtigen Ansprechpersonen beim Kunden. Oft kosten diese Punkte keinen Cent, heben aber spürbar die Leistung. Halten Sie fest, was 2025 an Zusammenarbeit gut lief – z. B. die wöchentliche kurze Pipeline-Runde – und was 2026 verbindlich bleiben soll.

[fs-toc-h2] 6. Maßnahmenplan 2026: Von Prioritäten zu Projekten

‍Jetzt wird aus Erkenntnis Praxis. Wählen Sie wenige Schwerpunkte mit klarer Wirkung: Was bringt in den nächsten 90 Tagen am meisten voran? Ein guter Maßnahmenplan macht Wirkung, Aufwand und Risiko vergleichbar, damit Sie Ressourcen sinnvoll bündeln. Arbeiten Sie dazu mit einer einfachen Bewertung: erwarteter Nutzen (hoch/mittel/niedrig), Aufwand (Zeit/Team), Risiko (gering/hoch). So erkennen Sie schnelle Erfolge („Quick Wins“) und größere Vorhaben („Projekte“) auf einen Blick.

  • Planung: Drei Quick Wins für Q1 (z. B. Angebotsvorlage vereinfachen, Erinnerungsautomatik starten, feste Rückrufzeiten), zwei mittlere Projekte für Q2–Q3 (z. B. Gesprächsleitfäden erneuern, Schulung zur Einwandbehandlung), ein Schwerpunkt für Q4 (z. B. Preismodell testen).
  • Umsetzung: Jeder Punkt braucht eine verantwortliche Person, ein Datum für den ersten sichtbaren Effekt und eine Kennzahl, die sich verbessern soll (z. B. Nachfasse-Quote, Angebotslaufzeit, Abschlussquote).
  • Kontrolle: Monatlicher kurzer Check – Was ist erledigt? Was wirkt? Was stoppen wir, weil es nichts bringt?

Verknüpfen Sie jede Maßnahme mit genau einer Steuer-Kennzahl, damit Verantwortung klar bleibt und Erfolge messbar sind. Halten Sie den Plan auf einer Seite fest und hängen Sie ihn sichtbar auf – digital oder physisch. Das stärkt Verbindlichkeit und macht Fortschritt greifbar.

[fs-toc-h2] 7. Governance & Forecast: Rituale, die Prognosen verlässlicher machen

‍Gute Vorsätze helfen wenig ohne Rhythmus. Legen Sie einfache, wiederkehrende Termine fest: eine kurze wöchentliche Lagebesprechung (30 Minuten), einen monatlichen Rückblick (60 Minuten) und einen Quartalstermin für den tieferen Blick. Konstanz im Vertriebsrhythmus erhöht die Verlässlichkeit Ihrer Prognosen, weil Signale rechtzeitig auffallen und Sie ruhig nachsteuern können, statt hektisch zu reagieren.

Für wichtige Vorhaben reicht oft ein schlichtes Blatt: Ziel, nächster Schritt, Hürde, Verantwortlicher, Termin. Bitten Sie die Verantwortlichen, zwei Sätze zur Lage zu notieren – das genügt, um Orientierung zu schaffen. Ergänzen Sie für große Chancen (z. B. Top-Deals) eine kurze Notiz, was als Nächstes passieren muss und wer beim Kunden eingebunden wird. Ein klarer, schlanker Ablauf schützt vor dem typischen Optimismus-Bias, bei dem Chancen zu rosig gesehen werden und am Ende doch vertagen.

Nutzen Sie schließlich einfache Prognose-Regeln: Zählen Sie nur Vorgänge, bei denen ein konkreter nächster Termin steht. Prüfen Sie wöchentlich, wie viele Angebote „ohne Reaktion“ im System liegen, und entscheiden Sie, ob sie aktiv geschlossen, nachgefasst oder neu priorisiert werden. So halten Sie Ihre Pipeline sauber – und Ihre Vorhersagen glaubwürdiger.

[fs-toc-h2] 8. Fazit: Die Jahresbilanz als Startschuss, nicht als Schlusspunkt

‍Ihre Jahresbilanz 2025 ist kein Archiv, sondern der Startknopf für 2026. Wenn Kennzahlen fokussiert, Daten sauber und Schlussfolgerungen klar sind, wird Ihr Maßnahmenplan wirksam. Halten Sie den Kurs mit wenigen, dafür gut gewählten Zielen, einem schlanken Kontrollrhythmus und sichtbaren Verantwortlichkeiten. So bleibt die Energie im Alltag hoch – nicht nur am Jahresanfang.

Formulieren Sie drei Leitfragen, die Sie 2026 begleiten: Steigern wir die Zahl qualifizierter Gespräche? Verkürzen wir die Zeit bis zum Angebot? Erhöhen wir die Abschlussquote in den wichtigsten Kundengruppen? So wird die Jahresbilanz zum Führungsinstrument im Vertrieb – verständlich für alle, handfest in der Wirkung und messbar im Ergebnis.

Zum Schluss ein praktischer Tipp: Verwenden Sie in Ihren regelmäßigen Runden stets denselben kompakten Bericht (eine Seite). Oben Ziele, darunter drei Kennzahlen, rechts die laufenden Maßnahmen mit Ampelstatus. Das schafft Ruhe, Überblick und Tempo – die beste Kombination, um ein starkes Jahr 2026 zu starten.

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