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Tender Management: Ausschreibungen gewinnen

Warum strukturiertes Tender Management ein schneller Hebel für mehr Vertragsabschlüsse im Vertrieb ist

von Tom Martens Coach - Trainer & Berater

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26.5.2026

Ausschreibungen wirken oft wie ein Wettrennen gegen die Zeit: Dokumente sichten, Unterlagen zusammentragen, Fragen formulieren, Angebote schreiben – und am Ende entscheidet ein Punktesystem, das nicht immer transparent erscheint. Genau hier setzt Tender Management an. Es ordnet den Prozess, macht ihn wiederholbar und sorgt dafür, dass Sie Ihre knappen Ressourcen dort investieren, wo die Erfolgsaussichten real sind. Gutes Tender Management schafft Klarheit: Sie wissen, wann Sie bieten, wie Sie argumentieren und woran Sie gemessen werden.

Viele Unternehmen unterschätzen, wie stark sich eine konsequente Arbeitsweise auf die Gewinnquote auswirkt. Studien zeigen, dass Teams mit festen Prüfpunkten und klaren Rollen im Durchschnitt signifikant häufiger den Zuschlag erhalten als Teams ohne strukturierte Vorgehensweise. Das liegt nicht an glänzender Rhetorik, sondern an nachvollziehbaren Antworten, belegten Aussagen und sauberer Form. Je früher Vertrieb, Fachbereiche und Angebotsverantwortliche zusammenarbeiten, desto höher wird die Chance auf Platz 1, weil Überraschungen ausbleiben und die Story von Anfang an stimmig ist.

Praktisch bedeutet das: Sie legen zu Beginn drei Dinge fest – ob Sie überhaupt mitmachen (Qualifizierung), wie Sie punkten (Analyse der Bewertungsmatrix) und welche Belege Sie liefern (Referenzen, Kennzahlen, Nachweise). Danach folgt die Umsetzung mit klaren Zwischenschritten: Entwurf, interne Prüfung, Feinschliff, Finalisierung. So entsteht aus vielen Einzelaufgaben ein roter Faden, der von außen gut nachvollziehbar ist – und intern Ruhe in ein sonst hektisches Verfahren bringt.

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Tender Management: Ausschreibungen gewinnen
Inhaltsverzeichnis
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[fs-toc-h2]1. Tender Management verstehen: Vom Dokumentenlauf zum Wettbewerbsvorteil

‍Im Kern beschreibt Tender Management den gesamten Ablauf von der Veröffentlichung einer Ausschreibung bis zur Zuschlagserteilung – inklusive Rückfragen, Zwischenständen und möglichen Präsentationen. Es geht nicht nur darum, Fristen zu halten, sondern darum, die Bedürfnisse des Auftraggebers wirklich zu verstehen und darauf eine überzeugende, prüfbare Antwort zu geben. Sie gewinnen nicht mit Schlagworten, sondern mit einer klaren Nutzenargumentation plus belastbaren Belegen.

Starten Sie deshalb mit einem gemeinsamen Kick-off. Dort klären Sie: Was fordert der Kunde? Welche Ziele und Risiken nennt er ausdrücklich? Welche sind indirekt erkennbar (z. B. Zeitdruck, Budget, besondere Qualitätsanforderungen)? Anschließend definieren Sie Rollen: Wer führt (Bid Lead)? Wer verantwortet Inhalte (Fachseite)? Wer kümmert sich um kaufmännische Punkte und wer um die formale Qualitätssicherung? Wenn diese Rollen feststehen und Termine verbindlich sind, sinkt das Risiko für Last-Minute-Stress deutlich.

Ein praktischer Tipp: Legen Sie ein kurzes, wiederverwendbares Angebotsgerüst an (Executive Summary, Leistungsbeschreibung, Vorgehen, Nachweise, Preis, Anhänge). Das spart Zeit, verhindert Lücken und sorgt für eine klare Struktur, an der sich auch Prüfer orientieren können. Ergänzen Sie dieses Gerüst in jedem Verfahren gezielt um die Besonderheiten der aktuellen Ausschreibung – so bleibt das Angebot individuell, aber zugleich effizient erstellt.

[fs-toc-h2]2. Bid/No-Bid-Qualifizierung: Disziplin, die Win-Rate freischaltet

‍Nicht jede Ausschreibung passt zu Ihrem Unternehmen. Je ehrlicher Sie das zu Beginn prüfen, desto mehr Kraft bleibt für die Verfahren, die Sie wirklich gewinnen können. Klare Bid/No-Bid-Kriterien erhöhen Ihre Erfolgsquote, weil Sie gezielt dort antreten, wo Sie sichtbar besser sind. Fragen Sie sich: Haben wir die geforderten Nachweise? Sind die Fristen realistisch? Können wir die Leistung ohne riskante Annahmen erbringen? Gibt es Alleinstellungsmerkmale, die hier wirklich zählen?

Erstellen Sie dazu eine kurze, standardisierte Checkliste. Sie muss nicht kompliziert sein: „Strategische Passung“, „Relevante Referenzen vorhanden?“, „Wirtschaftliche Tragfähigkeit“, „Risikobewertung“, „Erreichbarkeit von Ansprechpartnern für Rückfragen“. Jedes Feld erhält eine Ampelfarbe (grün/gelb/rot) oder eine Punktzahl. So sehen Sie auf einen Blick, ob Sie mit vernünftiger Aussicht antreten oder ob Sie sich lieber auf die nächste, passendere Ausschreibung konzentrieren.

Wichtig ist, die Entscheidung zu dokumentieren – inklusive der Gründe. Das hilft beim Lernen: Wenn Sie später einen Zuschlag verlieren, können Sie prüfen, ob die Warnzeichen bereits in der Checkliste sichtbar waren. Umgekehrt erkennen Sie Muster, die immer wieder zum Erfolg führen (z. B. bestimmte Leistungsumfänge oder Branchen). Auf diese Weise wird die Qualifizierung selbst zu einem messbaren Erfolgsfaktor im Vertrieb.

[fs-toc-h2]3. Ausschreibungsanalyse: Bewertungsmatrix lesen, Differenzierung bauen

‍Die Bewertungsmatrix ist Ihr Kompass. Sie zeigt, wofür es Punkte gibt und wo die Schwerpunkte liegen. Beginnen Sie mit den Muss-Kriterien: Diese müssen fehlerfrei erfüllt sein – ohne sie ist selbst ein starkes Angebot chancenlos. Danach betrachten Sie die Gewichtungen. Erhalten Servicekonzept und Umsetzung 60 % der Punkte und der Preis 40 %? Oder dominiert der Preis? Wer die Bewertungslogik verstanden hat, schreibt zielgerichtet und punktet dort, wo es zählt.

Setzen Sie nun Ihre Stärken ins Verhältnis zur Matrix. Haben Sie nachweislich kurze Einführungszeiten? Belegen Sie diese mit Zahlen und einer Referenz. Können Sie Risiken früh erkennen und abfedern? Beschreiben Sie Ihre Methode und nennen Sie konkrete Beispiele. Wichtig: Vermeiden Sie allgemeine Behauptungen. Prüfer suchen nach Beweisen, nicht nach Versprechen. Ihre Antwort sollte die Sorgen des Auftraggebers aktiv reduzieren, indem Sie zeigen, wie Sie typische Probleme vermeiden und was Sie tun, wenn doch einmal etwas schiefgeht.

Praktischer Ablauf: Markieren Sie zu jedem bewerteten Kriterium zwei bis drei „Belegsätze“ (z. B. Kennzahl aus einem Projekt, Zertifikat, Kundenstatement). Diese Belege binden Sie direkt in die Argumentation ein, statt sie nur im Anhang zu verstecken. So entsteht beim Lesen das Gefühl: „Hier wurde verstanden, worauf es ankommt – und es gibt handfeste Beweise.“

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10-Minuten-Scan für Leistungsbeschreibungen

Ziel: Schnell erkennen, ob vertiefte Angebotsarbeit sinnvoll ist.

Vorgehen in 5 Schritten:

  1. Gewichtungen markieren (Qualität/Preis).
  2. Muss- und „Killer“-Kriterien notieren.
  3. Preislogik identifizieren (Skala, Schwellen, Lebenszykluskosten).
  4. Pflichtnachweise prüfen (Zertifikate, Referenzen).
  5. Eigene Stärken mit den wichtigsten Kriterien „matchen“.

‍Ergebnis: „Go“ nur, wenn Differenzierung, Belege und wirtschaftliche Tragfähigkeit erkennbar sind.

[fs-toc-h2]4. Angebotsstrategie & Storyline: Schreiben, das Punkte macht

‍Ein Angebot ist kein Prospekt. Es ist eine Antwort auf konkrete Fragen. Beginnen Sie daher jedes Kapitel mit einem kurzen Nutzenstatement: „Was gewinnt der Auftraggeber, wenn er diese Lösung wählt?“ Danach zeigen Sie, wie Sie dorthin kommen, und belegen das mit nachvollziehbaren Beispielen. Gute Angebote führen die Prüfer durch die Argumentation – jede Seite arbeitet sichtbar für das Scoring.

Achten Sie auf klare Sprache. Vermeiden Sie Füllwörter und Fachjargon, wenn einfache Worte reichen. Statt „wir maximieren die Effizienz multipler Stakeholder-Interaktionen“ schreiben Sie „wir verkürzen Abstimmungen, indem eine feste Kontaktperson Entscheidungen bündelt“. Fügen Sie kleine, verständliche Grafiken ein (Zeitplan, Verantwortlichkeiten, Meilensteine). Prüfer sind oft unter Zeitdruck – klare Visualisierungen helfen, Kernpunkte schnell zu erfassen.

Legen Sie am Ende jedes Abschnitts eine kurze „Prüfspur“ an: Erfüllen wir das genannte Kriterium? Wo steht der Beleg? Welche Zahl stützt die Aussage? Diese Mini-Checkliste im Team spart später viel Zeit. Und noch ein Tipp: Lassen Sie das Angebot einmal von jemandem lesen, der das Projekt nicht im Detail kennt. Wenn diese Person den Nutzen, den Ablauf und die Abgrenzung zum Wettbewerb versteht, ist Ihre Storyline wahrscheinlich auch für die Jury klar.

[fs-toc-h2]5. Preis & Bewertungsmethodik: Von Punkten her kalkulieren

‍Preis ist selten „billig gegen teuer“. Oft wird ein Preis in Punkte übersetzt. Das kann linear sein („bester Preis = 100 Punkte, alle anderen anteilig“) oder an Schwellen gebunden. Prüfen Sie genau, wie diese Übersetzung funktioniert. Kalkulieren Sie vom Punktesystem her rückwärts, nicht nur vom Listenpreis vorwärts. So sehen Sie, welche Spanne realistisch ist und wo kleine Anpassungen große Punkteunterschiede bewirken.

Arbeiten Sie mit Szenarien. Was passiert, wenn die Menge steigt oder sinkt? Welche Preisbausteine sind zwingend, welche optional? Transparente Annahmen schaffen Vertrauen. Nennen Sie, wo möglich, die Bedingungen, unter denen der angebotene Preis gilt (z. B. Datenqualität, bereitgestellte Ressourcen). Das wirkt professionell und beugt späteren Diskussionen vor.

Denken Sie außerdem an Lebenszykluskosten: Ein scheinbar höherer Startpreis kann durch geringere Folgekosten insgesamt günstiger sein. Wenn die Bewertungsmatrix das berücksichtigt, liefern Sie Beispiele und einfache Berechnungen. Und wenn sie es nicht berücksichtigt, prüfen Sie, ob Sie die Vorteile trotzdem klar darstellen können (z. B. weniger Ausfälle, schnellere Umsetzungszeit). Ein nachvollziehbarer Preis mit plausiblen Annahmen punktet oft höher als die nackte Zahl.

[fs-toc-h2]6. Prozess & Zusammenarbeit: Geschwindigkeit ohne Kontrollverlust

‍Termine, Versionen, Freigaben – hier entscheidet sich, ob Ihr Angebot rechtzeitig und fehlerfrei auf dem Tisch liegt. Legen Sie zu Beginn einen realistischen Zeitplan fest: Entwurf, interne Prüfung, zweite Fassung, Schlussprüfung, finale Formatprüfung und Abgabe. Ein schlanker, wiederholbarer Prozess erhöht die Qualität und senkt den Stress spürbar.

Bestimmen Sie feste Ansprechpartner. Eine Person koordiniert, eine prüft Inhalte auf Vollständigkeit, eine kontrolliert die Form (Rechtschreibung, Format, Verweise). Legen Sie eine zentrale Ablage an, in der alle Bausteine liegen: Referenzen, Zertifikate, Standardtexte, Logos, Vorlagen. Das spart Suchzeit und verhindert veraltete Dokumente. Nutzen Sie Versionsstände mit Datum, damit klar ist, welche Fassung die aktuelle ist.

Pflegen Sie eine Kultur der ehrlichen Prüfung. Ein „Pink Team“ prüft Struktur und Verständlichkeit, ein „Red Team“ bewertet bewusst kritisch gegen die Ausschreibungsfragen. Ziel ist nicht Kritik um der Kritik willen, sondern ein stärkeres Angebot. Wer Standardtexte pflegt und wiederverwendet, schafft Raum für die individuelle Ausarbeitung – dort, wo die Punkte gewonnen werden.

[fs-toc-h2]7. Präsentationen, Rückfragen, finales Angebot: Den letzten Meter gewinnen

‍Viele Verfahren sehen Präsentationen (Orals) oder Rückfragenrunden vor. Nutzen Sie diese Gelegenheiten, um Ihre wichtigsten Botschaften zu verdichten. Beginnen Sie mit einer klaren Zusammenfassung: Ziel des Auftraggebers, Ihr Ansatz, erwarteter Nutzen, Zeitplan. Danach zeigen Sie kurz, wie Sie Risiken vermeiden und wie die Zusammenarbeit konkret aussehen wird. Ihr Auftritt soll Sicherheit geben: „Mit diesem Team klappt es.“

Bereiten Sie typische Einwände vor: „Wie stellen Sie die Qualität sicher?“, „Wie reagieren Sie bei Verzögerungen?“, „Wer ist unser täglicher Ansprechpartner?“ Kurze, konkrete Antworten mit Beispielen wirken stärker als lange theoretische Erklärungen. Nutzen Sie die Rückfragen nicht nur, um Unklarheiten zu beseitigen, sondern auch, um Prioritäten zu bestätigen: „Habe ich richtig verstanden, dass Ihnen der Starttermin und die Stabilität im Betrieb am wichtigsten sind?“ So zeigen Sie aktives Zuhören.

Beim finalen Angebot (oft „BAFO“) passen Sie Preis und Leistungsumfang fein an. Streichen Sie, was nicht benötigt wird, und betonen Sie, was den größten Nutzen stiftet. Kleine, saubere Anpassungen wirken professioneller als große, schlecht erklärte Preisstürze. Wer in der Schlussphase Vertrauen in Umsetzungsfähigkeit und Zusammenarbeit erzeugt, gewinnt oft den Tie-break – selbst bei knappen Abständen.

[fs-toc-h2]8. Fazit: System schlägt Zufall – so gewinnen Sie Ausschreibungen häufiger

‍Ausschreibungen sind kein Glücksspiel. Mit einer klaren Auswahl, verständlichen Antworten und nachvollziehbaren Preisen lassen sich die Chancen deutlich steigern. Wer hart qualifiziert, zielgerichtet schreibt und vom Punktesystem her denkt, maximiert seine Erfolgswahrscheinlichkeit. Wichtig ist dabei nicht die perfekte Show, sondern die Kombination aus Verstehen, Belegen und sauberer Umsetzung.

Halten Sie den Prozess schlank, aber verbindlich. Pflegen Sie Ihre Nachweise, sammeln Sie gute Bausteine und lernen Sie aus jedem Verfahren. So entsteht Schritt für Schritt ein Vorteil, den man nicht leicht kopieren kann. Wenn Ihre Angebote die Fragen der Jury präzise beantworten und gleichzeitig Sicherheit für die Umsetzung geben, wird Tender Management zum Wettbewerbsvorteil – nachhaltig und messbar für Ihren Vertrieb.

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Jetzt Ihren Vertrieb aufs nächste Level bringen.

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